Mittwoch, 24. Mai 2017  |    |  1 Kommentar
Ich hasse euch. Ich verabscheue euch. Ja, ihr seid meine Eltern, nein, ihr wart meine Eltern. Ich will euch nicht mehr als meine Eltern bezeichnen. Denn das Wort Eltern habt ihr nicht verdient. Ihr wisst, dass ich mit einer Essstörung zu kämpfen habe. Und alles was ihr mir sagen könnt ist, dass meine Waden, meine Beine zu fett sind? Ich habe in der letzten Zeit über 20 kg abgenommen, habe mich stellenweise von 2-3 Toastbroten die Woche ernährt. Habe mich übergeben bis zum Umfallen. Ich hatte immer das Gefühl, dass die Essstörung das Einzige ist, was ich richtig kann. Weil ihr mir das Gefühl gegeben habt, dass ich in nichts gut genug bin. Dass ich nicht auslange. Dass ich immer besser sein muss. Ihr habt mir von klein auf vermittelt, dass ich nicht mehr als ein Stück Scheiße bin, dass ich nichts wert bin. Und jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem ich mich entscheiden muss. Will ich leben oder sterben? Will ich weiter in der Essstörung stecken oder den Kontakt zu meinen „Eltern“ abbrechen? 
Ich sitze seit einem Jahr ständig in Kliniken. War nur 2 1/2 Monate das komplette letzte Jahr über daheim. Weil ich mein Leben nicht auf die Reihe bekomme. Wegen euch. Ihr spendiert meiner Schwester eine Neubauwohnung und ich muss kucken, wie ich klar komme. Damit ist jetzt Schluss. Ich muss mich entscheiden.

Bulimie - ein Spiel mit dem Tod.

Sonntag, 28. August 2016  |    |  0 Kommentare
Bulimie bedeutet für mich absoluten Kontrollverlust. 
Es bedeutet für mich Fressanfälle zu haben, in denen ich Wochenvorräte an Essen verschlinge. 
Es ist, dass man nach einem Fressanfall nicht mehr gerade laufen kann, weil man so voll ist. 
Und es ist das Gefühl nach dem Erbrechen, wenn der Bauch wieder flach ist. 

Es bedeutet Nahrungsmittel zu horten, um diese dann auf einmal zu verschlingen. 
Bulimie kostet Unmengen an Geld. 
Bulimie bedeutet, stundenlang tagtäglich über dem Klo zu hängen und sich zu erbrechen. 
Es bedeutet für mich, dass ab einem gewissen Punkt mein Körper darauf konditioniert war, das Gegessene automatisch wieder herzugeben. 
Es bedeutet für mich, ewig viel Mineralwasser zu trinken, um das Gegessene gut erbrechen zu können. 
Bulimie ist, nach stundenlangem Erbrechen völlig erschöpft zu sein und extreme Kopfschmerzen zu haben. 
Es bedeutet für mich das Gefühl, beim Erbrechen all meine Organe mit auszukotzen. 

Bulimie bedeutet bei mir, dass nach jedem Aufstehen ein dumpfes Gefühl kommt und mir schwarz vor Augen wird. Bulimie bedeutet, Blut zu erbrechen und trotzdem weiterzumachen. 
Bulimie ist ein Spiel mit dem Tod. 
Es ist das Wissen, dass jeder Fressanfall dein letzter sein könnte, weil es irgendwann zu spät ist. Es ist gleichzeitig das, was dich am Leben hält, dein Lebensretter, sowie auch das, was dich dem Tod immer näher bringt. 
Es ist das, was mich immer tiefer in die Depression treibt.

Bulimie bedeutet schauzuspielen vor allen Freunden, Bekannten und Verwandten. 
Bulimie bedeutet Isolation und Scham. 
Es bedeutet, alle Leute von sich wegzustoßen und trotzdem auf heile Welt zu tun. Es bedeutet Heimlichkeiten. Es bedeutet für mich, sich selbst und seinen Körper zu verabscheuen – es bedeutet für mich Selbsthass. 

Es ist für mich eine eigene kleine Welt, in der sich nur alles darum dreht, wie viel Zeit ich habe, um Etwas wieder loszuwerden, bevor es verdaut und vom Körper aufgenommen wird.
Bulimie bedeutet für mich, sich mit Sport zu quälen, um den Wunschkörper zu erreichen. 
Bulimie bedeutet für mich, ständig Kaugummi zu kauen in der Hoffnung, dann keinen Fressanfall zu bekommen. 
Es bedeutet für mich, zu koordinieren wieviel Zeit ich für einen Essanfall und das anschließende Erbrechen benötige. 
Es bedeutet für mich, Verbote aufzustellen. 
Es heißt für mich, jeden Tag einzuschlafen, aufzuwachen und nicht zu wissen, ob man diesen Tag überlebt. 
Es bedeutet für mich Hass und Liebe zugleich. 
Es ist für mich kein Leben. 
Es bedeutet für mich ständige Angst. Angst noch dicker zu werden, als ich eh schon bin. Angst vor erneuten Fressanfällen. Angst vor dem nächsten Tag. 
Bulimie bedeutet für mich ständige Nervenzusammenbrüche zu haben.


Aber es ist ja doch nur „ein wenig Kotzen gehen, weil man mal zu viel gegessen hat“…

Ich lebe. Noch. Trotz Allem.

Freitag, 2. Januar 2015  |    |  2 Kommentare
Längere Zeit nicht hier gewesen.
Um genau zu sein mehr als ein halbes Jahr.
Ich lebe.
Die Therapie habe ich abgebrochen.
Meine Gedanken und Gefühle zerreisen mich noch immer.
Momentan in der Phase, mich damit abzufinden, dass es niemals besser wird.
Aber ich lebe.
Auch wenn es mir nicht gut geht.
Möchte schreien, weinen, weglaufen - immer noch.
Weg von den Gefühlen.
Ich lebe, vegetiere vor mich hin, irgendwie.
Ich weine ständig.
Wegen jeder Kleinigkeit, seit Monaten.
Die Depression hat mich in ihren Fängen, voll und ganz.
Ich lebe damit.
Auch wenn es sich oftmals anfühlt, als wäre es besser aufzugeben.
Ich bin beschmutzt, wurde geschlagen, vergewaltigt, gemobbt und gehasst.
Doch gehasst wurde ich schon immer am Meisten von mir selber.
Aber ich lebe noch, trotz alle dem.

Sonntag, 11. Mai 2014  |    |  2 Kommentare
Will raus aus dem Abgrund,
doch finde keinen Weg.
Körper voller Wunden und Narben,
doch meine Schmerzen sitzen tiefer.

Kein Ende in Sicht,
nicht mal ein Licht,
kein Strohhalm zum Festklammern.
Bin ein hoffnungsloser Fall,
keine Hilfe langt.

Komplexes Beschwerdebild,
sinnloses Gerede von Leuten.
Kann nichts tun,
als versuchen zu überleben.

Flashbacks kommen und gehen,
doch wollen nie ganz verschwinden.
Ständiger Begleiter,

immer auf der Hut.



Mittwoch, 12. März 2014  |    |  1 Kommentar
Ich bin besitzergreifend, wieder rum auch distanziert und abweisend.
Im einen Augenblick bin ich glücklich, im Anderen zutiefst depressiv. Innerhalb kürzester Zeit ändert sich meine Laune, ohne Grund.
Ich sehne mich nach Liebe, lasse aber doch Niemanden an mich ran.
Möchte die Depression überwinden, aber doch nichts dagegen tun.
Will keine Essstörung mehr haben, sie aber doch nicht loslassen.
Möchte meine Ängste überwinden, aber mich ihnen nicht aussetzen.
Ich wünschte mir frei zu sein, kann die Vergangenheit aber nicht hinter mir lassen.

Ich lebe im Zwiespalt. 

weheartit.com

Donnerstag, 13. Februar 2014  |    |  1 Kommentar
Die Sirenen des Krankenwagens dröhnen durch das Gebäude. Unüberhörbar fährt der Krankenwagen vor. Ich liege kreidebleich, vor Angst zitternd auf der Liege des Krankenzimmers der Berufsschule. 
Mein Herz rast, als die Rettungssanitäter das Zimmer betreten. Meine panische Angst vor Ärzten nicht im Griff.
Untersuchungen über Untersuchungen. Fremde Menschen, die mich berühren. Panik wird ausgelöst. Gedanken wie "ich will nicht mehr. ich kann nicht mehr. ich will sterben" kreisen in meinem Kopf.
Ich kann - oder will vielleicht auch nicht - verstehen, warum ich momentan wieder solche Suizidgedanken habe. Ich dachte, es würde nur noch besser werden können, aber nein.

Vom Körperlichen her gehts mir besser. Vom Psychischen keinerlei.


Donnerstag, 23. Januar 2014  |    |  0 Kommentare
Ich fühle mich schrecklich. Fühle mich unwohl. Komme nicht mit mir und meinem Körper klar. Will dünn sein. Abnehmen. Kann nicht mehr schlafen, ohne von Alpträumen geplagt zu werden.
Bin aufgrund dessen heute auch daheim geblieben. Wollte Anderen nicht meinen Anblick zumuten. 
Gestern habe ich mich wieder selbstverletzt. Eigentlich hätte ich wohl nähen lassen gehen müssen, das wollte ich aber nicht. 
Habe keine Lust mehr irgendwas zu machen, irgendjemanden zu sehen.

Bin momentan am Überlegen, ob ich zur Krisenintervention für ein paar Tage ins Krankenhaus gehe. Sicher bin ich mir aber noch nicht. Hab ja noch nie eine Krisenintervention mitgemacht, glaube aber, dass es momentan wohl wirklich angebracht wäre, da ich mir selbst nicht mehr traue.





 
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